Annährung an das Kaffeehaus

 

Nach dreijähriger Pause konnten wir den Wiener ´Schauspieler/Regisseur Günther Treptow wieder für eine Fortbildungsveranstaltung gewinnen. Diese fand statt am 28/29.01.12 in den von der Weinbauschule Weinsber gfreundlicherweise zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten.

Mit 14 Teilnehmern konnten wir eine erfreulicherweise hohe  Anzahl an Theaterinteressierten gewinnen.  Sehr erfreulich war auch, dass von den "neuen" Mitspieler für 2012  Anne, Gianna, Judith und Waldemar anwesend waren.
 

Nach einigen Übungen zum Aufwärmen stand die erste Arbeit am Text des Stückes an. In wechselnden Rollenbesetzungen und in verschiedenen Szenen spielten wir unter der fachkundigen Anleitung von Günther die einzelnen Charaktere und Szenen des Stückes.


Erstaunlich war dabei die Vielfalt der Charaktere. Zwanglos ergab sich ein Rollenverständnis und ein Gefühl für den Mitspieler. Durch intensive Arbeit an einzelnen Szenen konnten auch die Details eines Charakters aufgearbeitet werden, durch die wechselnde Besetzung wurde jedoch schnell auch klar, dass es auf die Persönlichkeit des Spielers ankommt, um der Rolle ihren Stempel aufzudrücken.

Nach intensiven Arbeit an einzelnen Szenen und Charakteren folgten immer wieder Übungen, die darauf abzielten, dass Team zusammenzuschweißen. Vertrauensübungen, Kommunikationsübungen, Improvisationstheater und immer wieder Arbeit an den einzelnen Szenen des Stückes.

So verging der erste Seminartag sehr schnell, den wir anschließend bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen ließen.  Am zweiten Tag  setzte Günther die am Vortag eingeschlagenen Marschrichtung fort. Arbeit am Stück, Arbeit an den Charakteren, vermischt mit Übungen und Spielen, die zur Teambildung beitrugen.

 Ich denke, dass wir alle das Wochenende in sehr angenehmer Erinnerung haben und sowohl im Hinblick auf das in 2012 aufzuführende Stück als auch im Hinblick auf das Team, welches das Stück aufführt , einiges an Erfahrung dazu gewonnen haben.

 Jedenfalls ist ein weiteres Seminar mit Günther für 2013 schon fest eingeplant. Bleibt uns noch, dass wir das Erlernte konstruktiv im Rahmen unserer jetzt beginnenden Proben umsetzen, um im Kaffeehaus die Zuschauer mit lustvollem und leidenschaftlichem Spiel zu begeistern.

 Workshop Theaterfotografie 

 
„Fotografieren ist ganz einfach, man muss nur zur rechten Zeit mit der richtigen Ausrüstung am rechten Ort sein, den richtigen Standort und
Bildausschnitt wählen, die Belichtung und die Blende richtig einstellen um dann im richtigen Moment den Auslöser zu betätigen.“So begrüßte Michael Kettel die Teilnehmer des Fortbildungskurses „Theaterfotographie –vorausschauendes Knipsen“.  Und dann geht es auch gleich los: Bedienungsanleitung heraus holen und alles nachsehen, was man noch nicht weiß, Fragen stellen, die richtigen Antworten bekommen. Probieren, in die Tiefen der Blackbox (den Fotoapparat) hinein tauchen. Es bleiben nicht einmal zwei Stunden, um sich auf die erste Aufgabe vorzubereiten: Um 20.00 Uhr ist die offizielle Eröffnung des Verbandstages des Landesverbandes Amateurtheater Baden-Württemberg in Donaueschingen durch den Präsidenten Rolf Wenhardt in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Frey und einer Vertreterin des Sozialministeriums.  Nun beginnt unsere Arbeit: Die Redner und die Teilnehmer möglichst profimäßig zu fotografieren. Was braucht ein Fotograf? Gutes Schuhwerk, bequem und vor allem leise.
Gut gelaunte Menschen unterhalten sich angeregt, es werden kleine Snacks und Getränke gereicht, richtig großer Bahnhof. Die Redner drücken ihre Verbundenheit mit der Schauspielerei aus und sichern auch künftig ihre Unterstützung zu. 
 
Nach einer Stunde ist der Empfang vorbei und es geht nahtlos zur nächsten Aufgabe über: Bühnenfotografie!  Es wird das Stück „Die Baronin und die Sau“ von  Michael Mackenzie gezeigt. Bühnenbild sehr spannend – fast dunkel.Ja, genau, das ist die Herausforderung. Und bitte dran denken: Kein Blitz! Die entstanden Bilder sind eindeutig verbesserungswürdig.

Samstagmorgen: Kursbeginn 9.00 Uhr. Theorie - genauer gesagt Optik, Blende und Verschlusszeit und die Beziehung zu einander. Vor lauter
Begeisterung für ein Thema, das zur Schulzeit zum Weglaufen animierte, hätten wir fast die Kaffeepause vergessen. Dann gemeinsames
Mittagessen. Gemeinsam meint in diesem Fall wirklich alle: Diejenigen, die sich an diesem Wochenende gemeinsam um die Verbandsarbeit kümmern, die Kursteilnehmer der anderen Kurse und die Referenten.
Nach kurzer Theorie Einweisung auf das Bevorstehende:
Generalprobe  „Die drei Schwestern“ von Tschechow.  „Einfach mal ausprobieren, was geht und auf das Licht achten!“ Denn am Abend ist die Aufführung und dann sollten die Bilder besser als am Vorabend werden. Und tatsächlich, man muss nur Mut haben und die manuellen Einstellungs-möglichkeiten nutzen. Und üben, üben und nochmals üben. Was für ein Erfolgserlebnis!

Am Sonntag geht es wieder um 9.00 Uhr los. Noch eine geballte LadungTheorie, wie fotografiert man starke Kontraste? Dann noch einmal in den Theatersaal, ohne vorherige Möglichkeit Einstellungen zu probieren.  „Nur ein Spiel“! (Autoren Elinor Eidt, Michael Polty) Nein, nicht unser Engagement, sondern der Titel des Stückes. Zum Glück ist es bei einer digitalen Kamera egal wie viel Bilder „verschossen“ werden, nur die Zuschauer sind ziemlich genervt vom Klicken der Kameras.Aber das Ergebnis ist überwältigend. Zum Erfolgserlebnis im Allgemeinen mischt sich Stolz, weil auch der Kursleiter die eigene Einschätzung unterstützt.
 
Was für ein Wochenende. Fazit für diesen Kurs: Am Anfang haben wir die Kamera eingeschaltet und das Bildermachen der Automatik überlassen. Am Ende haben wir die Bilder gestaltet und alle Einstellungen selbst vorgenommen.  Aber teilen wir euch das mit, um uns herauszustellen? Ganz sicher nicht.  Wir wollen euch begeistern und motivieren, das Kursangebot und die Fortbildungsmöglichkeiten des Verbandes viel mehr zu nutzen. Der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg stellt jedes Jahr ein Fortbildungsprogramm zusammen, in dem sicher jeder einen für sich geeigneten Kurs findet. Und immer nimmt man etwas für sich mit nachHause. Außerdem zieht man einen persönlichen Gewinn aus dem Austausch mit anderen, dem Kennenlernen und wie in diesem Fall aus dem Lernerfolg.
 Sabine Trinckauf und Uwe Deuster