Echte Abenteuer und wahre Freundschaft
Laiendarsteller zeigen bei Kinderstück „Don Quixote“ auf der Weibertreu eine reife Leistung

Von unserem Redakteur Joachim Kinzinger

WEINSBERG:

Tudor Ilea als Don Quixote

 Bange Blicke gen Himmel. Hält das Wetter? In den letzten 20 Minuten regnet es sich dennoch ein. Schauspieler und Publikum halten am Dienstagvormittag tapfer durch. Dennoch ist die Premiere des Kinderstücks „Don Quixote“ bei den Weibertreu-Festspielen in Weinsberg geglückt. Die Laiendarsteller zeigen eine reife Leistung,
trotzen Windböen, Regensc


hauer. Die Darsteller lassen sich nicht aus dem Konzept bringen.

Konzentration: Kurzfristig haben drei Klassen wegen der Wettervor hersage abgesagt, bedauert der Theatervereinsvorsitzende Matthi as Pfitzenmaier, sie kommen jetzt an einem anderen Termin. Regisseurin Iris Emrich wirkt zuversichtlich: „Wir hatten eine sehr gute Generalprobe.“
Noch 15 Minuten bis zum Beginn. Konzentriert sitzen Tudor Ilea Sancho (Don Quixote) und Oli-er Schmidt (Pastor) hinter dem Sei-envorhang auf einer Bank. Auch für Sebastian Drautz aus Heilbronn, der die Tonanlage betreut, sind Wind und Wetter eine Herausforderung, damit die Laien gut rüberkommen. Schüler und Kindergartenkinder aus Kommunen wie Weinsberg, Ell- hofen oder Heilbronn warten gespannt auf den Auftakt. „Ihr werdet viel Spaß haben“, verspricht Pfitzenmaier. Theaterpädagogin Iris Emrich aus Weinsberg hat die kindgerechte Fassung des Klassikers von Lutz Hübner in Szene gesetzt. Vor allem Jugendliche und Erwachsene aus dem Raum Weinsberg stehen auf der Bühne, der Hauptdarsteller kommt aus Güglingen. Der junge Träumer Don Quixote, der in die Welt zieht, um Abenteuer zu erleben, ist gleich in seinem Ele- ment. Tu

Marius Pfitzenmaier als Sancho Pansa

dor Ilea  spielt mit Freude, Engagement, ist bei aktionsreichen Szenen voll in seinem Element, wenn er gegen Drachen kämpft, vermeintliche Riesen oder den Spiegelritter. Sein Knappe Sancho Pansa (Marius Pfitzenmaier) steht ihm immer zur Seite, durch dick und dünn vereint, ein wahrer Freund, der auf der Naturbühne überzeugt. Urkomisch sind Haushälterin (Claudia Böhm: „Ritter ist doch kein Beruf“) und Pastor (Oliver Schmidt: „Eine Berufung“) bei der Verfolgung von Quixote, den Frisör Enzo (Steven Höhn) mit der Schere zum Ritter schlägt.

Szenenapplaus:  Mehrfach gibt es Szenenapplaus bei den Songs, die Andre Coluccelli komponiert hat, welche Ritter und Knappe mit Inbrunst vortragen. Köstlich ist die Slapstick-Szene, wenn das Duo die Sträflinge befreit, um dann erstaunt in Ketten zu liegen. Ein Höhepunkt ist das Duell mit dem Spiegelritter (Oliver Schmidt), der Quixote besiegt, ihn wieder nach Hause holt. Trotz Regen und Böen halten Darsteller und Publikum 75 Minuten durch. Es gibt viel Beifall, Fußgetrampel. „Es war sehr gut“, sagt eine Schülerin.

Glückwünsche von Klas- senkameraden nimmt Marius Pfitzenmaier entgegen. Er fühlt sich gut: „Es macht mir nichts aus, bei Regen durchzuspielen.“ „Sehr gut, ich bin sehr zufrieden“, meint die Regisseurin. Und der Hauptdarsteller erklärt schmunzelnd: „Don Quixote hat mit seiner Tapferkeit den Regen besiegt.“

[Quelle Heilbronner Stimme, 09.07.2014, Fotos Frank Buchali]

Fechtduell zur Probe

 Kinderstück „Don Quixote“ bei Weibertreufestspielen – Premiere am 8. Juli

 

Kreuzende Klingen, Schreie, der los stürmende Spiegelritter (Oliver Schmidt), Don Quixote (Tudor Ilea) auf dem Rückzug. Fechttrainer Armin Wahl hat alles im Blick: Oberkörper, Beinarbeit, Choreographie des Duells. „Spannung aufbauen, Konzentration“, fordert Regisseurin Iris Emrich. Mehrfach wird diese Szene von „Don Quixote“ auf der Burgruine in Weinsberg geprobt. Das Kinder- stück der Weibertreufestspiele hat am 8. Juli Premiere.


Die Abenteuer des Tagträumers Quixote, der als fahrender Ritter mit seinem Knecht Sancho Pansa (Marius Pfitzenmaier) Windmühlen bekämpft, auf der Reise befreiten Sträflingen, schimpfenden Wirten oder komischen Edelleuten begegnet, hat Lutz Hübner bearbeitet. Pastor (Oliver Schmidt) und Haushälterin (Claudia Böhm) verfolgen die komischen Helden.
Regisseurin Iris Emrich aus Weinsberg setzt das Stück um Tapferkeit, Ritterehre, Freundschaft und den Mut, ein bisschen verrückt zu sein, in Szene. Die „kindgerechte Fassung“ , so Emrich, ist auf eine Stunde Spielzeit begrenzt. „Wir sind sehr gut im Zeitplan“, erklärt die Theaterpädagogin, die einige Jahre am Theater Heilbronn Stücke für Kinder und Jugendliche inszeniert hat. Szenen werden einzeln geprobt, auch an Wochenenden. 14 Darsteller sind dabei, darauf verweist der Theatervereinsvorsitzende Matthias Pfitzenmaier. Tudor Ilea (18) aus Güglingen spielt seit einigen Jahren im Jugendclub des Heilbronner Theaters, kennt die Regisseurin. „Ich bin zufrieden, es läuft gut“, sagt der Hauptdarsteller. „Es macht Spaß“, meint Marius Pfitzenmaier (13) aus Weinsberg, der den getreuen Knappen mimt.

Rollen:  Zwei Erwachsenenrollen hat „Don Quixote“. Die erfahrene Claudia Böhm aus Ellhofen ist dabei, Neuling Oliver Schmidt aus Weinsberg mit seiner Doppelrolle als Pfarrer und Spiegelritter. „Es hat mich interessiert“, meint der Weinsberger. Das Bühnenleben gefällt dem Versuchsleiter der Weinbauschule Weinsberg gut. „Im Studium habe  ich schlagende Verbindungen abgelehnt“, sagt Schmidt. Beim Theaterspiel ist das anders.

 Zunächst steht die zehnte Szene an. Quixote und Pansa stehen auf offener Straße, zuvor überfallen von Sträflingen. Friseur Enzo (Steven Höhn) kommt, zunächst kann er den Schwerthieben von Quixote ausweichen, wehrt die Stiche mit dem Helm ab. „Mehr Power“ fordert Fechttrainer Wahl von Jäckleins Spieße von Tudor Ilea. „Beute gleich sichern, bevor der nächste Strauchdieb vorbei schaut“, ruft Iris Emrich dem Knappen zu.

Technik:  Wahl hat auch die Schwerthiebe beim Duell einstudiert, damit sie sicher ablaufen, aber auch „nach etwas aussehen“. Quixote mit unbeholfenen weiten Schlägen, der Spiegelritter elegant und cool. Mittelschnelles Tempo lautet die Vorgabe. „Zack, zack“, der flüssige Ablauf ist wichtig, Beinstellung, Technik, um Sicherheit zu gewinnen. „Die Coolness hat man dann, wenn man es kann“, weiß Schmidt.

 „Weg vom Ritter, hin zum Menschlichen“, gibt die Regisseurin für die letzte Pose vor. Das Stück ist für ältere Kindergartenkinder und Schüler bis zur 7. Klasse geeignet. Der Theatervereinsvorsitzende Matthias Pfitzenmaier ist mit dem Vorverkauf der acht Vorstellungen zufrieden. Zwei Termine sind fast ausverkauft, unter der Woche sind 15 bis 20 Prozent mehr Karten als in den Vorjahren gebucht. Kurzfristiger kommen die Besucher eher an Wochenenden.

[Quelle: Heilbronner Stimme, 16.05.2014, Text: Joachim Kinzinger]

Don Quixote kommt auf die Weibertreu

Auch in 2014 präsentiert der Theaterverein Weinsberg wieder ein Kinderstück:

Der junge Senhor Quixote  schmökert in der Stube begeistert in seinem Ritterbuch. Feuerspeiende Drachen, edle Fräulein und niemals endende Abenteuer ziehen den phantasiebegabten Tagträumer in ihren Bann, während nebenan der Kakao kalt wird und die Haushälterin mahnt, doch allmählich schlafen zu gehen. Kurzerhand beschließt er, dem Lesen Taten folgen zu lassen und fortan als fahrender Ritter Don Quixote de la Mancha echten Abenteuern entgegenzureiten. Verfolgt von der Haushälterin und dem Pfarrer, die den Senhor lieber wohlbehalten in der heimischen Stube sehen, trifft Don Quixote auf den Frisör Enzo, von dem er sich zum Ritter schlagen lässt und auf den Knecht Sancho Pansa, der von nun an als getreuer Knappe mit ihm zieht.

Während das komische Paar Windmühlen bekämpft und unermüdlich zum Ruhme der ersonnenen Herzensdame Dulcinea seine Ritterpflicht erfüllt, folgen Pastor und Haushälterin der chaotischen Spur der frischgebackenen Helden. Auf ihrer Reise begegnen sie nicht nur befreiten Sträflingen, schimpfenden Wirten, überrumpelten Polizisten und komischen Edelleuten, sondern auch Tapferkeit, Ritterehre, Freundschaft und dem Mut, ein bisschen verrückt zu sein und die Welt so zu sehen, wie man sie gerne haben möchte!

Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit Iris Emrich eine Regisseurin gewinnen konnten, die auf eine mehrjährige Praxis, insbesondere in der Jugendarbeit beim Theater Heilbronn, zurückblicken kann.

Sie wird das Kinderstück "Don Quichotte" auf die Burg bringen, ein Theaterstück, das sich insbesondere für die älteren Kindergartenkinder und Schulklassen bis Klasse 7 eignet.


Aufführungstermine für 2014 sind:

8.7, 9.7, 10.7, 13.7, 15.7, 16.7, 17.7, 19.7 unter der Woche 10.30 Uhr
am Wochenende 15.00 Uhr.

Karten gibt es unter www.theaterverein-weinsberg.de. Wenn Sie mit einer Schulklasse buchen möchten, schreiben Sie uns einfach eine email an:

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

und teilen mit, wann Sie kommen möchten und wie viele Schüler/ Erwachsenenkarten Sie benötigen.Ab 20 Karten gewähren wir einen Nachlass von 10%, ab 100 Karten von 15%.

Darüberhinaus haben wir für Ihre Schule eine Materialmappe erarbeitet, mit der Sie sich und Ihre Klasse rund um das Stück vorbereiten können.

Laden Sie die Materialmappe hier herunter.