Burgfestspiele ein voller Erfolg. Schauspieler spielen sich in die Herzen der Zuschauer.

 Aus der Heilbronner Stimme vom 10.07.06:

"Der eine schaut zu tief ins Glas, der andere rennt am liebsten jedem Rock hinterher, der dritte liebt nur eine und hat einen Hang zur Melancholie. Zusammen sind die drei Gesellen das "liederliche Kleeblatt", das auf der Suche nach dem Glück und nach manchem Irrweg am Ende die Liebe findet und merkt, das Geld allein nicht glücklich macht. Und das sich in die Herzen der Zuschauer... spielt.

 Dass die Hauptprobe am Mittwoch buchstäblich ins Wasser gefallen ist und die Mimen vor Beginn recht nervös sind, merkt man nicht. Die Spielfreude des überraschend jungen Ensembles ist in jeder Szene spürbar. Gleich in vier Rollen zu sehen ist die stimmgewaltige Andrea Ehrhardt. Am besten ist sie als Tunichtgut Lumpazivagabundus, der mit Fortuna ( Katrin Beyer, die ebenfalls vier Rollen hat), der Beherrscherin des Glücks, um das Schicksal der drei Burschen wettet. Und dann ist da noch Amorosa. Sabine Trinckauf stöckelt als platinblonde "Beschützerin der wahren Liebe" mit einer Leidenschaft für Schuhe über die Bühne und gibt ihre Lebensweisheiten preis.

Am besten aber sind die drei Burschen, der Tischlergeselle Leim ( Andreas Jäger), der Schneidergeselle Zwirn (Herbert Kraus) und Knierim, der Schuster....Das Trio geht in seinen Rollen förmlich auf. Fast nebensächlich wird der Text, wenn sich der eitle Zwirn, der so gern ein Don Juan wär, bettfertig macht: in schlotternden, roten Unterhosen mit Haarnetz und Bartschutz. Mitunter gar keinen Text mehr braucht Leim, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen: Seine hingebungsvoll verzweifelte Mine beim Heiratsantrag reicht.....

 Wer einen kleinen Eindruck von der Aufführung erhalten will, kann sich durch unsere Galerie klicken, in der wir Fotos der Aufführung eingestellt haben.(Vielen Dank dabei an Sascha Larch,  und Ursula-Anna Reis, die einen Großteil der Fotos zur Verfügung gestellt haben). Viel Spaß!

Worum es geht

Das Werk „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ oder „Das liederliche Kleeblatt“, verfasst von Johann Nestroy im Jahre 1833, ist eine Zauberposse mit Gesang in drei Akten, die das Leben von drei Handwerksgesellen beschreibt, denen durch eine Machtprobe zwischen Fortuna und der Liebesfee Amorosa das große Los beschert wird.Zwei der drei Burschen treten zuerst das Glück mit den Füßen und werfen es hinterher beim Fenster raus, doch da letztendlich die wahre Liebe siegt, kann der böse, verführerische „Unglücksgeist“, der die Knaben befallen hat gebannt werden und Amorosa triumphiert.

Der böse Geist Lumpazivagabundus befällt im Feenreich einige Söhne und bewirkt einen Streit zwischen der Hüterin des Glücks, Fortuna und der Liebesfee Amorosa. Während Fortuna davon überzeugt ist, dass nur Geld die verführten Knaben von ihrer Trink- und Spielsucht losreißen kann, ist Amrosa der Meinung, dass die wahre Liebe am Ende siegen werde. Dies ist nun der Auslöser dafür, dass die beiden Feen beschließen ihre Macht an drei Handwerksgesellen zu testen, denn falls Amorosa über Fortuna triumphiert, wird es ihren Kindern gewährt sein sich zu trauen. Der Tischler Leim, der Schneider Zwirn und der Schuster Kniereim treffen sich durch Zufall an einer Wegkreuzung, vor der Stadt Ulm, und beschließen gemeinsam die Nacht in einer Herberge zu verbringen. Im Traum erscheint allen dreien die Zahl Nr. 7359, welche Fortuna ihnen im Schlaf erschienen ließ. Am nächsten Tage, so erlaubt es der Zufall, gewinnen die Gesellen mit dieser Nummer in der Lotterie hunderttausend Taler, welche brüderlich untereinander aufgeteilt werden. Auf diesen Glückstreffer beschließen alle drei sich in einem Jahr, auf den Tag genau beim Wiener Tischlermeister Hobelmann zu treffen, zu dem sich Leim sofort begibt, um dessen Tochter Peppi zu heiraten, welche er vor einiger Zeit verlies und seine große Liebe ist. Der Schneider eröffnet mit seinem Anteil des Geldes in Prag eine Werkstatt, doch einige hinterlistige Genossen, die sich als seine Freunde ausgeben, treiben ihn in den Ruin. Der Schustergesell ist von dem Irrglauben befallen, dass die Welt in einem Jahr sowieso von einem Kometen zerstört wird und es sich daher nicht lohnt, ein moralisches und anständiges Leben zu führen, darum beschließt er seine dreiunddreißigtausend Taler zu versaufen. Dreihundertfünfundsechzig Tage nach ihrem großen Glückstag begeben sich Zwirn und Kniereim zum besagten Treffpunkt, doch alles was sie vorfinden ist ein Brief ihres Freundes Leim, der beinhaltet, dass dieser erkrankte, sein Geld verlor und sich momentan im Krankenhaus aufhalte. Doch dies sei nur ein Test um zu prüfen, ob der Tischler und der Schuster ihre Gutmütigkeit nicht verloren haben, wie es sich später zu dessen Wohlergehen herausstellt. Leim ist in Wirklichkeit bei bester Gesundheit, sein Vermögen ist noch um einige tausend Taler und um seine geliebte Peppi bereichert worden. Zur Folge wird den beiden Gesellen eine zweite Chance geboten, doch sie werfen das Glück erneut beim Fenster hinaus und Leims Bemühungen, Zwirn und Kniereim zu einem korrekten Leben zu verhelfen, scheitern kläglich. Da Fortuna sich nun geschlagen geben muss und letztendlich die wahre Liebe gesiegt hat, ist es Fortunas Tochter Brillantine und Hillaris, eines alten Zauberers Sohn gestattet zu heiraten. Der böse Geist Lumpazivagabundus kann letztendlich doch noch gebannt werden.

Unser Team 2006

Hier eine Übersicht über unser Team in 2006. Neben den vielen ehrenamtlich tätigen Schauspielern, die schon seit Januer für den Lupazi proben, unterstützt uns auch dieses Jahr wieder die Ballettschule Lindtner- Klodt mit ihren tollen Tänzerinnen. Darüberhinaus tragen auch live-Musiker dazu bei, die Festspiele zu einem ganz besonderen Ereignis werden zu lassen, und last but not least können wir auf das seit Jahren bewährte und erfahrene Technikerteam um Gerald Trinkauf zählen, um den Abend auch akustisch zu einem Höhepunkt werden zu lassen.
 

Unser Team für 2006 sehen Sie auf dem  Foto.

 

Biographie Nestroy 

 
Johann Nepomuk Nestroy wurde am 7. Dezember 1801 als Sohn einer angesehenen Wiener Bürgerfamilie geboren und starb am 25. Mai 1862 in Graz. Nestroy sollte eigentlich Jurist wie sein Vater werden, jedoch wurde er von der typisch wienerischen Theatermanie ergriffen und wandte sich der Bühne, zunächst als Sänger in der Zauberflöte, zu. Später wurde er Schauspieler in Provinztheatern, unter anderem auch in Graz, wo er schließlich von der Opern- zur Theaterbühne wechselte. Schon während dieser Zeit versuchte er sich als Bühnenschriftsteller. 1826 hatte sein erstes abendfüllendes Stück ''Die Verbannung aus dem Zauberreiche'' am Schauspielhaus Graz  Premiere.

831 bekam er sein erstes Engagement an einer Wiener Bühne und zwar im Theater an der Wien. Schon bald hatten ihn die Wiener ins Herz geschlossen und zählten ihn zu den beliebtesten Volksschauspielern und Possendichtern. Sein erster großer Erfolg als Autor war die Zauberposse ''Der böse Geist Lumpazivagabundus'' (1833). 1845 wechselte Nestroy mit seinem Entdecker dem Direktor Carl Carl ans Leopoldstädter Theater. Nach Carls Tod 1854 leitete Nestroy diese Bühne bis 1860. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Graz und Ischl, jedoch kam er 1861 und 1862 für zwei längere Gastspiele nach Wien. Nestroys letzte Rolle war der Knieriem in ''Der böse Geist Lumpazivagabundus''.Dies ist das anscheinend bekannteste Stück, doch auch mit den Possen "Der Talisman" und "Ehrlich währt am längsten" gelang ihm 1841 eine Art 2. Durchbruch. [Quelle: Wikipedia]