Bunbury oder Ernst sein ist wichtig


Oscar Wilde

Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute


  Bunbury ist unter allen Bühnenstücken Oscar Wildes das amüsanteste, das er geschrieben hat. Man nehme BUNBURY nicht als Stück, sondern als Jux, als Darbietung des spezifisch britischen Talents, mit Charme albern sein zu können.

 
"Ernst" bzw. "Bunbury" sind zwei erfundene Personen, die den beiden männlichen Protagonisten (Algernon Moncrieff und John Worthing, genannt Jack) als Alibi dienen, um bei Bedarf ihren alltäglichen Pflichten entfliehen zu können. Fatalerweise übt der Name "Ernst" auf die beiden weiblichen Protagonistinnen (Gwendolen, Cecily) eine derartige Faszination aus, dass sie zeitgleich mit "Ernst" verlobt sind (bzw. wieder nicht) - allerdings mit zwei verschiedenen "Ernsts", obwohl der ursprüngliche "Ernst" eigentlich gerade gestorben wurde, allerdings nicht ohne am Ende ...
 
Mehr sei nicht verraten.
 
Das Ganze spielt Ende des 19. Jahrhunderts in der feineren englischen
Gesellschaft, und Oscar Wilde spart nicht mit Seitenhieben auf deren
Benehmen und Verhalten, beispielhaft dafür das geradezu inquisitorische
Verhör des potentiellen Ehekandidaten seitens der Brautmutter. Auch der
Spaß und der Humor kommen nicht zu kurz. Es darf gelacht werden, auch
wenn "Ernst" im Mittelpunkt steht.